FlugenteInTown: Die 15. Quelle von Karlsbad

Nach viel metallisch schmeckendem Sprudelwasser braucht man etwas zum Nachspülen. Was liegt da näher, als die 15. Quelle von Karlsbad zu kosten?

Becherovka heißt das Zauberwort und dahinter verbirgt sich ein Geheimrezept für einen tschechischen Kräuterlikör, der weit über die Grenzen der Tschechischen Republik hinaus bekannt ist und – in kleinen (!) Mengen genossen – auch heilende Wirkung haben soll. Das perfekte Verdauungsstamperl sozusagen.

Ein englischer Graf reiste für einen Kuraufenthalt nach Karlsbad. Mit von der Partie war sein Leibarzt Dr. Christian Frolig. Frolig nächtigte im Haus der Familie Becher. Gemeinsam mit Josef Vitus Becher philosophierte er über die Wirkungen diverser Heilkräuter. Als Dr. Frolig wieder abreiste, hinterließ er Josef Vitus Becher als Dankeschön für die gemeinsame Zeit ein mysteriöses Rezept. Zwei Jahre tüftelte Becher herum bis er schließlich viele Kostproben später *hicks* im Jahr 1807 die ersten Gäste seine Rezeptur kosten ließ. Später lieferte das Unternehmen auch jahrelang 50 Liter pro Monat als K&K-Hoflieferant an das österreichische Kaiserhaus.

Carlsbad English Bitter, Karlsbader Becherbitter, Karlsbader Becherbitterbonbons in der Flasche, Becherovka – der Name hat sich verändert, das Rezept ist auch fast 210 Jahre später immer noch dasselbe. Die genaue Mixtur kennen nur zwei Personen im Unternehmen, aber im Rahmen einer Führung durch das Jan-Becher-Museum in Karlsbad erhält man einen Einblick in die Produktion des auch „Tschechisches Tafelsilber“ genannten Kräuterlikörs. Eine in Stoffsäcken gefüllte Kräutermischung wird mehrere Tage in Alkohol und aromatischen Ölen getränkt, später kommen Zucker und Karlsbader Wasser dazu. Die gesamte Mischung bekommt dann etwas Zeit, in Eichenfässern zu dem heranzureifen, was es letztendlich ist – ein sogar mir schmeckender Kräuterlikör.

Lust auf eine Kostprobe? Im Rahmen der Führung durch das Jan-Becher-Museum in Karlsbad gibt es nicht nur Einiges über den Becherovka zu lesen, zu sehen und zu hören, sondern auch zu schmecken. Ein oder zwei oder drei Stamperl Becherovka warten darauf, verkostet zu werden. Mein persönlicher Tipp: Eisgekühlter Lemond. Na zdraví 🙂

Ich kam im Rahmen meiner Pressereise nach Karlsbad in den Genuss, den Becherovka zu verkosten. Vielen herzlichen Dank dafür an CzechTourism Vienna!

2 Gedanken zu “FlugenteInTown: Die 15. Quelle von Karlsbad

  1. Über die genaue Nummer der heilenden Quelle kann man noch sinnieren. Ich kenne etwa den zuckerfreien KV14 als 14. Quelle in Karlovy Vary. Der Lemond könnte tatsächlich Pramen 15 sein. Auf jeden Fall eine passende Ergänzung zu den sonst eher heißen Quellen und ein absolutes Muss in Karlsbad.

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