Waldness im Almtal … auf du und du mit dem Wald

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Endstation Grünau. Auf dem Weg ins Almtal.

19 x wird er stehen bleiben. Ein Zug, bei dem man noch den Halteknopf drücken muss, wenn man aussteigen will. Aber ich lasse mich zurück fallen in meinen Sitz und genieße die Aussicht auf die vorbeiziehende Landschaft, denn ich fahre bis zur Endstation. Mein Urlaub hat bereits begonnen … die Zeit scheint still zu stehen und meine Gedanken schweifen ab. Was werden die nächsten Tage wohl bringen? Waldness – was ist das? Werde ich mich darauf einlassen und die Alltagshektik hinter mir lassen können? Endstation Grünau im Almtal. Auf geht’s, lass uns Waldness spüren, riechen, fühlen und schmecken.

Waldness® – was ist das?

Wann bist du das letzte Mal durch den Wald spaziert, hast ihn mit all deinen Sinnen wahrgenommen, ihn als Lebensraum und nicht nur als Weg zum nächsten Ziel gesehen? „Shinrin-yoku“ nennen das die Japaner, wo Waldbaden schon eine lange Tradition hat und präventativ in der Gesundheitsvorsorge eingesetzt wird. Studien belegen, dass sich der Wald positiv auf unsere Gesundheit auswirkt: er stärkt das Immunsystem, hilft beim Abbau von Stress und fördert einen gesunden Schlaf. Grund dafür sind die Botenstoffe Terpene, die sich in der Waldluft befinden und die Aktivität unserer natürlichen Killerzellen um ca. 50 % steigern – dadurch sollen sie u.a. auch bei Angstzuständen und Burnout helfen. Im oberösterreichischen Almtal im Salzkammergut, einer der waldreichsten Regionen Österreichs, setzt man mit der noch jungen Marke Waldness® auf die Heilkraft des Waldes und bietet den Gästen allerlei spannende Ansätze, einmal bewusst den Wald zu erleben und dabei Erholung und Energie zu tanken. Gesunde Waldluft tief ein- und ausatmen, das Moos, die Erde und die Rinde in der Luft riechen, Kräuter schmecken, frisches Wasser genießen, in der Stille verharren oder dem nahen Bach lauschen. All das ist Waldness … und vieles mehr.

Insgesamt verzweigt sich das Erlebnis Waldness® in 11 Äste, ein paar davon durfte ich testen:

Wald.Pädagogik – Besuch in der Waldschule Almtal

Natürlich kann jeder alleine in den Wald gehen, aber es bereichert enorm, es zumindest einmal in Begleitung eines erfahrenen Waldpädagogen wie Fritz zu tun. Um aufmerksam zu werden auf die oft unscheinbaren Dinge im Wald, auf das kleine Pflänzchen, dass vielleicht einmal ein ganz großer Baum wird, auf die Bewohner, die hier leben oder die Blätter, die auch als Nahrung dienen können und jene, die so giftig sind, dass sie bereits in geringer Dosis zum Tod führen. Ganz ehrlich, ohne einen Experten wäre ich sonst nie auf die Idee gekommen, einmal ein Blatt eines Lindenbaums zu kosten! Ob Tannenwipferl sammeln, aus Pflanzen kreative Collagen basteln oder Holz hacken – hier lernst du die Vielseitigkeit des Waldes kennen.

Fritz Wolf verfügt als Jäger, Förster und Vater der Waldpädagogik über ein immenses Fachwissen und seine Begeisterung für den Wald ist ansteckend. Oder um es mit den Worten von A. Pangerl zu sagen: „Fritz ist für mich der Mensch gewordene Baum.“  

Wald.Wyda – das europäische Yoga der Kelten

Wyda, what? Zugegeben, ich hatte noch nie davon gehört. Was wird hier auf mich zukommen? Die keltischen Druiden gingen von verschiedenen Energiezentren aus, die mit langsamen Bewegungen und Atemübungen in Schwung gebracht werden können und so den Energiefluss harmonisieren sollen. Wyda [gespr. Wüda] soll dabei helfen, das Innere Gleichgewicht zu stärken sowie Konzentration und Wahrnehmung zu verbessern. So stehe ich entlang der Alm und versuche, anhand der Wyda-Übungen Ruhe zu finden. Ehrlich gesagt fällt es mir noch schwer – zu nah ist der Alltag und ich bin sowieso ein unruhiger Geist. Aber eine Übung hat es mir angetan, die ich gerne in meinen Alltag integrieren möchte. Und wer weiß, vielleicht finde ich doch noch meine Innere Ruhe?

Waldness®.Coach Kerstin Diensthuber ist TEM-Wyda Trainerin, Waldpädagogin sowie staatlich geprüfte Wander- und Schneeschuhführerin.

Wald.Baden – Latschenbad und Jodeln am Berg

Tri-e-ho-la-rei-ja-ho – Holla-re-di-ri-di-ri-di-ri – Holla-re-di-ri …. nein, ich versuche nicht, Japanisch zu lernen. Ich stehe gerade jodelnd am Berg, genieße den Blick auf das traumhafte Panorama und die Wiese tiefblauer Enzianblüten. Ich glaube, ich bin angekommen – oder besser gesagt: runter gekommen. Mitten in der Natur, meine Lunge vollgesogen mit gesunder Latschenluft. Alltagsstress, Sorgen und Ärger sind in diesem Moment vergessen. Waldness wirkt schon. Beim Singen atmen wir automatisch tief ein, sodass wir die Latschenöle besonders gut aufnehmen, die v.a. bei Atemwegserkrankungen helfen sollen. Also jodeln wir hier gleich mal kräftig mit – laut, falsch, aber mit Begeisterung :-)

Sabina hat uns an den idyllisch gelegenen Almsee zu einer kleinen Wanderung entführt. Bis auf ein paar Wanderer ist es ruhig hier. An heißen Sommertagen suchen aber zahlreiche Badegäste Abkühlung im frischen Almsee. Früher hieß der Almsee übrigens „Albensee“, abgeleitet von den Elben = Elfen. Dass deshalb noch heute Sagen über tanzende Wasserelfen erzählt werden, verwundert daher nicht und so dürfen wir der Geschichte über einen Schafhirten und dessen wundersame Begegnung mit einer Elfin lauschen. Der Almsee hat keinen Zufluss sondern wird über unterirdische Quellen gespeist, die du vor allem bei ruhiger See am Blubbern an der Wasseroberfläche erkennen kannst.

Am Echoplatzerl spielen in der Sommerzeit immer am Mittwoch um 19:30 Uhr die Blechbläser des Musikvereins Grünau. Sabina zeigt uns eindrucksvoll, dass auch bei ihrem Juchitzer das Platzerl seinem Namen alle Ehre macht.

Rund um den Almsee führt ein ca. 6 km langer gemütlicher Spaziergang, bei welchem man aber auf dem Weg bleiben sollte. Denn der Wald steht ganzjährig unter Wasser und ist daher ziemlich sumpfig (sogenannter Bruchwald), weshalb hier die Natur noch weitgehend unberührt ist und das soll auch so bleiben. Einzig Familie Biber und Mutter Natur sorgen dafür, dass so mancher Baum fällt.

Sabina Haslinger ist Wander- & Schneeschuhführerin sowie Kräuterpädagogin und Märchenerzählerin. Mit ihr durften wir Jodelluft schnuppern und in die Märchenwelt des Almsees eintauchen.

Wald.Kneippen – Espresso à la Kneipp im Märchenwald Schindlbach

Brrr, ist das kalt! 11° C hat das Wasser des Schindlbachs, es regnet und ich stehe tatsächlich bis zu den Knien im Wasser. Hastig stakse ich durch das eiskalte Kneippbecken. Als ich dann wieder im Trockenen bin, streife ich kurz das Wasser ab und schon geht es blindlings und barfuß noch über den Barfußweg – Kies, Sand und Tannenzapfen sorgen für eine Fußmassage anderer Art. Spätestens jetzt bin ich putzmunter, sodass ich das Arm-Tauchbecken nicht mehr ausprobiere, zumal ich bereits zu Beginn der Kneippwanderung einen Arm-Guss aus der Gießkanne zur Begrüßung erhalten habe: „Espresso à la Kneipp“ – ein Kaffee, der sogar mir schmeckt :-) Und wenn ich dafür so strahle wie Mary, gehe ich künftig jeden Tag kneippen ….

Im Rahmen des Rundgangs durch den Märchenwald (Schindlbach 27, 4645 Grünau) erfahren wir von Mary allerlei Wissenswertes zu den positiven Wirkungen des Kneippens und den Kräutern, die hier so am Wegesrand wachsen. So bekommen wir den Tipp, doch mal mit der Hand über die regen-/taunassen Kräuterblätter zu streichen und dann das Gesicht damit einzureiben. Durch die Nässe wandern die wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanzen an die Oberfläche und entfalten so eine noch bessere Wirkung. „Tauwischen“ – für mich eine neue Form der Hautpflege, welche ich mir auf jeden Fall merken werde.

Jetzt aber gibt es erstmal etwas für den Durst: Denn ein Leberwurst-Schnapserl am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen :-)

Maria Hageneder (mary.h@aon.at) ist Wasserinstruktorin, Kräuterpädagogin sowie Natur- und Landschaftsvermittlerin – und sie hat es geschafft, uns trotz Sauwetter ins eiskalte Wasser zu bewegen :-)

Wald.Schmecken – Schmecktakuläres Essen im Almtal

Waldluft macht hungrig und zum perfekten Waldness-Gefühl gehört natürlich auch das eine oder andere leckere Schmankerl. Land- und Gastwirte sowie produktverarbeitende Betriebe haben sich zur Kooperation „Schmecktakuläres Almtal“ zusammen getan und stehen für Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität. Dass der Wald und seine tierischen und pflanzlichen Bewohner auch auf den Tellern der heimischen Gaststätten zu finden sind, versteht sich von selbst. Die Flugente hat ausführlichst schnabuliert und kann nur sagen, Flossen hoch für alle getesteten Betriebe:

d’Einkehr (Schaiten 2, 4645 Grünau): Ich traue es mir fast nicht zu sagen, aber die Ente war vorzüglich und der karamellisierte Kaiserschmarrn (nach herausgepickten Rosinen) ein Traum.

Forellenhof Wieselmühle (Landstraße 73, 4645 Grünau): Geschmückt mit allerlei Kräuter waren Fisch und Salat nicht nur optisch ein Genuss.

Fleischerei Stadler (Im Dorf 37, 4645 Grünau): Ich muss gestehen, den Ausdruck „Kesselhoaße“ kannte ich nicht – und das als waschechte Oberösterreicherin. Gegessen habe ich sie aber schon oft, die Würstl. Ob Frankfurter, Weißwurst, Debreziner oder Braunschweiger – jeden Donnerstag trifft man sich hier mittags traditionell auf „a Kesselhoaße“.

Gasthof Schobermühle (In der Au 1, 4644 Scharnstein): Im 1. Europäischen WALDNESS®.Wirtshaus ließ ich mir Wild und Zwetschkenpofesen schmecken.

Als Reiseproviant durfte ich dank eines „WALDNESS®.Bschoad-Pinkerl“ allerlei regionale Schmankerln schmausen.

Für alle Bier-Liebhaber noch ein Tipp: Die Brauerei Eggenberg (Eggenberg 1, 4655 Vorchdorf) hat ein eigenes Waldness-Bier gebraut. Die besondere Zutat: eine Essenz aus Tannennadeln.

Wald.Tierwelt – Cumberland Wildpark Grünau

Eng verbunden mit dem Waldness®-Konzept ist auch der Kooperationspartner Cumberland Wildpark Grünau. Ich habe den Wildpark einmal in meiner Schulzeit vor laaanger Zeit besucht. Mittlerweile wurde er rundum erneuert. Leider habe ich es noch nicht geschafft, ihn in seinem neuen Kleid zu besuchen. Steinböcke, Luchse, Hirsche und andere wilde Tiere auf 60 ha leben in ihrem natürlichen Lebensraum. Braunbären und Wölfe teilen sich ein Revier, was europaweit einzigartig ist. Ein schönes Ausflugsziel für die ganze Familie. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, wenn ich den „neuen“ Cumberland Wildpark Grünau (Fischerau 12, 4645 Grünau im Almtal) besuchen kann! Im Moment wird übrigens wieder gebaut … die Konrad Lorenz-Stiftung erhält im Wildpark eine neue Heimat. Konrad Lorenz kennst du vermutlich aufgrund seiner Forschung über das Verhalten der Graugänse, für welche er den Nobelpreis bekommen hat. Seine Wirkungsstätte war das Almtal, wo noch heute Graugänse, Waldrappen und andere Vögel wissenschaftlich erforscht werden.

Wo schlafe ich während meines Waldness-Urlaubs?

Aktuell sind im Almtal 11 Unterkünfte als Waldness®-Partner zertifiziert. Eine davon ist das Naturfreundehotel Wimmergreuth, welches ich im Rahmen meiner Waldness-Tour testen durfte. Direkt am Waldesrand gelegen, mit Feuerstelle, Terrasse, gemütlichen Zimmern und herzlichen Gastgebern begleitet mich das Waldness-Gefühl bis in den Schlaf. Wer im Naturfreundehotel Wimmergreuth, welches sich v.a. an Familien und Kinder richtet, kein Plätzchen mehr bekommt, wird sicher bei den anderen 10 Unterkünften fündig – vom Bauernhof bis zum 4 Sterne-Hotel, da findet jeder das richtige Bettchen.

  • Naturfreundehotel Wimmergreuth, In der Lahn 50, 4645 Grünau im Almtal
  • Mehr Informationen zum Naturfreundehotel Wimmergreuth

Grüne Erde-Welt

Vielen ist das Unternehmen „Grüne Erde“ vermutlich bereits ein Begriff. Bei einer Führung durch die Schauproduktion Scharnstein im Almtal gibt es Gelegenheit, mehr über die Herstellung der Matratzen per Hand zu erfahren.

Zudem erhält der Besucher Einblicke in die Firmengeschichte, erfährt Wissenswertes rund um die Pflanzenwelt, kann sich im Bistro mit veganem Essen stärken und natürlich auch ausführlich shoppen gehen. Die Schauräume hätte ich vom Fleck weg gekauft … hätte ich eine leere Wohnung und das entsprechende Budget dafür. So schnuppere ich mich durch diverse Kosmetika durch und nutze die Gelegenheit zum Geschenkeeinkauf.

Die „Grüne Erde“ ist ein wichtiger Partner im Waldness-Konzept. Das Unternehmen handelt nach ökologischen Gesichtspunkten und versucht, Produktion und Natur in Einklang zu bringen. Was mir noch völlig neu war: Grüne Erde produziert seine Möbel völlig metallfrei.

  • Grüne Erde-Welt, Hinterbergstraße 4, Steinfelden, 4643 Pettenbach
  • Mehr Informationen zur Grüne Erde-Welt

Waldness® – das FlugentenFazit

Auch wenn ich schon immer gerne durch den Wald gewatschelt bin, hat mich mein Waldness-Aufenthalt dafür sensibilisiert, den Wald durch die Lupe zu betrachten und ihn bewusster wahrzunehmen. Und er hat mich daran erinnert, wie gut mir ein Aufenthalt im Wald tut! Zudem konnte ich ein paar Inspirationen mitnehmen, wie ich auch als städtische Flugente daheim etwas Waldness-Gefühl umsetzen kann: Morgens nach dem Zähneputzen ein Kneipp’scher Espressoguss, in der Mittagspause ein Salat mit frischen Kräutern sowie ein aufmerksamer Spaziergang durch den nahe gelegenen Park und am Abend eine Wyda-Übung zum Abschalten. So lässt sich die Zeit bis zum nächsten Wald-Aufenthalt und zum nächsten Waldness®-Urlaub überbrücken – denn der kommt bestimmt.

Dich hat jetzt auch das Waldness®-Fieber gepackt? Mehr Infos zum Konzept, angebotenen Programm und den Waldness®-Unterkünften findest du hier. Auf dieser Seite findest du Infos zu den angebotenen Waldness®-Packages.

Was sagen andere Blogger zum Waldness-Konzept?

Ich bin gemeinsam mit lieben Blogger-KollegInnen durch den Wald gewatschelt, welche ebenfalls über ihre Waldness®-Erfahrungen berichten:

Die Reiseblitze Jessica und WolfgangMartina von Franzls on TourTravelwoman Theresa | Martin von gehlebt | Melanie von Urlaubsgeschichten

Grünau im Almtal ist die 1. Waldness®-Destination Europas. Das Waldness®-Konzept streckt seine Fühler aber auch in die benachbarte Region rund um den Traunsee aus – mehr dazu in einem der nächsten Beiträge.

*) Ich durfte den Wald auf Einladung des Tourismusverbandes Traunsee-Almtal in Kooperation mit Waldness® erwatscheln, riechen, fühlen, schmecken und trinken. Vielen Dank dafür! In diesem Beitrag schnattere ich aber frei von der Leber weg über meine Erfahrungen.

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