Grüaß di im Muntafu – mach‘ mit mir Urlaub im Montafon!

[Werbung*] Genau sechs Stunden benötige ich vom Bahnhof in Linz bis zum Eingang des „Explorer Hotel Montafon“ in Gaschurn, meiner Unterkunft für dieses Wochenende. Schon seit Tagen freue ich mich auf meinen Montafon-Trip und darauf, endlich Vorarlberg kennen zu lernen.

Im Norden der Verwall, im Süden das Silvrettamassiv mit dem Piz Buin (3.312 m) und im Westen der Rätikon – zwischen diesen imposanten Gebirgszügen ein traumhaftes Urlaubsziel vor allem für Outdoor-Fans und alle, die es noch werden wollen und das das ganze Jahr über. 1.073 km markierte Wanderwege, 295 Pistenkilometer, 19 Klettersteige, 90 km Langlaufloipen, 266 km Rad-, Mountainbike und E-Bikestrecken – na, habe ich dich schon von einer Reise ins Montafon überzeugt? Falls nicht, findest du in diesem Artikel noch konkrete Tipps für deinen Montafon Urlaub sowie Bilder aus dem wunderschönen 551,87 km² großen Muntafu .

E-Bike-Tour und Wanderung zur Tilisunahütte

„Der Akku hält, ganz sicher.“ Hoffentlich hat unser Guide Markus Recht. Skeptisch folge ich seiner Hand, die uns das Ziel unserer Radtour hoch oben in den Bergen zeigt. Nach ein paar Tipps vom Profi ua. zum richtigen Wegfahren im Falle einer Steigung geht es auch schon los. Wir sind kaum aus Schruns raus und ich spüre schon meine Oberschenkel, aber noch wage ich es nicht, die Akkuleistung meines Mountain E-Bikes zu sehr zu strapazieren. Dank einiger Pausen, wunderbarer Ausblicke und der Turbo-Funktion erklimmen wir aber alle die 1.266 Höhenmeter über Bitschweil und den Fischkalter bis zur Tilisunaalpe auf 1.966 m (ca. 2 Stunden).

Bei der Tilisunaalpe müssen wir unsere Räder stehen lassen, es geht zu Fuß weiter. Nachdem wir unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, watscheln wir über Stock und Stein weitere 50 Minuten hoch.

Oben angekommen sind alle Mühen vergessen, das traumhafte Panorama beim Tilisunasee und der Tilisunahütte (2.211 m) entschädigt für alle Strapazen. Das Ländle hat mein Herz im Sturm erobert *schmelz*. Im Montafon kann man wirklich „Echte Berge. Echt erleben“.

Hier an der Grenzzone zwischen Österreich und der Schweiz existierten früher sogenannte Kaffeelöcher. Das waren Löcher in den Karsthöhlen, in welchen Schmuggelware wie Kaffee und Tabak gelagert wurden. In NS-Zeiten wurden hier auch Menschen über die Grenze geschmuggelt. Diesem dunklen Thema widmet sich die interaktive Theaterwanderung „Auf der Flucht“.

Bei der Tilisunahütte schlagen wir uns die Bäuche voll und dürfen eine typische Montafoner Spezialität probieren: den Sura Kees. Mit nur 10 % Fettanteil schlägt er sich auch nicht so auf die Hüften. 800 Kühe auf 13 Sennalpen liefern die Milch für diesen schmackhaften Sauerkäse, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen.

Leider drängt etwas die Zeit und so müssen wir uns schon bald wieder auf den Weg machen. Auf der Wanderung zurück zu den Rädern spitze ich meine Ohren und hoffe, das erste Mal im Leben ein Murmeltier nicht nur zu hören sondern auch zu sehen. Als ich schon aufgeben will, habe ich schließlich doch noch Glück und erblicke ein Mormenta. Und ein Frosch hüpft auch vor meine Linse.

Vor der Fahrt ins Tal gibt es wieder Tipps vom Profi, wie Sattel für die Talfahrt tiefer stellen, eher mit gestreckten Beinen fahren, immer zuerst mit der Hinterbremse bremsen und die Vorderbremse nur langsam dazu, und wenn man es nicht mehr „dabremst“, nach hinten abspringen. Überwältigt von den vielen Eindrücken schwinge ich mich mit Herzflattern auf’s Rad und versuche, den Downhill-Race über die Schotter- und Asphaltwege unbeschadet zu überstehen und hoffe, dass ich nicht testen muss, ob das mit dem Abspringen klappt. Aber Ente *ähm* Ende gut, alles gut :-)

  • E-Bike-Verleih: zB im Explorer Hotel oder beim Intersport in Schruns
  • Unsere Tour kannst du auch buchen. Mehr Informationen
  • Meine wärmste Empfehlung für Guide Markus Fessler-Jenny. Ein Tourguide, der nicht nur Profi-Radfahrer ist und somit jede Menge Fachwissen mitbringt sondern auch Geduld, Einfühlungsvermögen und Humor bewiesen hat.
  • Die Tour ist als „schwer“ markiert – mit dem E-Bike schafft man es auch als wenig trainierte Ente. Mit dem normalen Fahrrad würde ich vermutlich heute noch strampeln. Aber keine Sorge, es gibt auch leichtere Touren, falls du es gemütlicher magst oder ohne E-Bike auskommen magst. Aber Achtung: plane deine Tour vorweg. Manche Strecken dürfen nur zu bestimmten Zeiten befahren werden – so ist beispielsweise der Güterweg Tilisuna vom 16.09. – 15.10. gesperrt.
  • Deaktiviere während dieser Rad- und Wandertour am Handy das „Mobile Netz“ – du bewegst dich dabei ganz nahe an der Schweizer Grenze.

Versettla – Gantakopf, Nova Stoba und Vinnova

Die Montafoner Bergwelt ist ein Paradies für alle Wanderer. Nicht umsonst hat das Montafon seinen Namen erhalten, denn Montafon heißt im Rätoromanischen soviel wie „zerklüftete Berge“. Über 1.100 km markierte Wanderwege warten darauf, erwatschelt zu werden. Den Aufstieg erleichtern an so mancher Stelle die Bergbahnen und Lifte. Die Garfreschabahn ist beispielsweise Ausgangspunkt für unser zweites Outdoor-Abenteuer an diesem Wochenende: Gemütlich lassen wir uns mit dem Sessellift nach oben bringen, bevor wir – vorbei an wunderschönen Maisäß-Häusern – in den Panoramaweg Gantakopf (Wanderweg Nr. 6) starten, der uns über den Gantakopf (1.958 m) zur Nova Stoba (2.010 m) mit der Vinnova, der höchsten Weinbar Vorarlbergs, bringt. Nach einem Snack geht es mit der Versettla-Bahn wieder runter in’s Tal.

2,5 Stunden und 533 hm sagt die schlaue Karte für diese Tour. Ähm, zumindest zeitlich hat es länger gedauert. Zu schön waren die Panoramen auf die drei das Montafon umzingelnden Gebirgszüge Verwall, Rätikon und Silvretta. Die Wanderung ist ein Schmaus für die Augen und den Gaumen – zumindest Anfang September versüßen wilde Heidel- und Himbeeren den Weg, während die Fernsicht beinahe während des gesamten Weges ein Traum ist.

  • Hast du noch genügend Energie, warten bei der Nova Stoba allerlei Spiele auf dich – so kannst du beispielsweise deine Xylophon-Künste auf Kuhglocken testen oder Milchkannen-Memory spielen.
  • Informationen zur Urlaubsregion Silvretta Montafon – dort findest du u.a. auch nach Sommer/Winter getrennt die Betriebszeiten und Preise der Bergbahnen sowie der Restaurants im Silvretta Montafon
  • Die Nova Stoba / Vinnova liegt gleich um’s Eck der Bergstation der Versettla-Bahn. Du kannst also auch gemütlich mit der Bahn nach oben fahren und nach einer Einkehr in der Nova Stoba andere Wanderwege von dort aus erkunden.
  • Wie die Tour zur Tilisunahütte ist auch diese Wanderung kein Sonntagsspaziergang – gutes Schuhwerk, Sonnenschutz und Wasser sind ein Muss!

Maisäßhäuser sind die „Sommerhäuser“ der Bauern am Berg. Im Mai wurde das Vieh auf den Maisitz getrieben. Heute werden die Maisäßhäuser zum Teil immer noch landwirtschaftlich genutzt (zB zur Produktion von Käse und Butter) oder an Feriengäste vermietet.

Silvretta Stausee Bielerhöhe

Direkt vor dem Explorer Hotel hält der Bus, der dich über die 22,3 km lange Silvretta-Hochalpenstraße über die Partenen zu den Silvretta Stauseen bringt. Für uns ging sich dieses Mal leider nur ein kurzer Stopp auf der Bielerhöhe (2.032 m) aus, aber bereits bei diesem Besuch hatte ich Herzerl in den Augen. Türkisfarbenes Wasser mit dem Piz Buin (3.312 m), dem höchsten Berg in Vorarlberg, im Hintergrund – was für ein Panorama! Wie singt der einheimische Künstler Falco Luneau in seinem Lied „Muntafu – mi Dahem bischt du“ (Montafon – mein Daheim bist du): „I komm mr vor I hock i ra Asichtskarta“ („Ich komme mir vor, ich sitze in einer Ansichtskarte.“). Ja, das Gefühl hatte ich auch.

  • Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine Mautstraße. Reist du mit dem Bus an, musst du daher zusätzlich zum normalen Busticket noch die Maut von € 4,50 pro Person pro Strecke (PKW: € 16,50, Stand: 09/2020) berappen. Nein, eigentlich wollen wir den Bus nicht kaufen. Also den Preis finde ich schon ziemlich geschmalzen, aber wenn ich schon mal hier bin und die Auffahrt sowie die Bielerhöhe an sich zahlen sich für Landschaftsfans wirklich aus.  Informationen u.a. zur Maut und zu den Öffnungszeiten der Silvretta-Hochalpenstraße
  • Über die 60 m hohe Staumauer beim Silvrettasee (Ausgangspunkt: Parkplatz Silvretta-Bielerhöhe) führt ein 320 m langer Klettersteig (Schwierigkeit A, B).
  • Du kannst den See auf dem 6,5 km langen Rundwanderweg von allen Seiten erkunden (ca. 2 Stunden). Außerdem ist die Bielerhöhe Startpunkt zu Wandertouren, wie zB zur Wiesbadener Hütte (ca. 5,5 Std.).
  • Auf der Bielerhöhe endet übrigens das Hochtal „Montafon“, welches sich von Bludenz weg über acht Ortschaften erstreckt.
  • Das Lied „Muntafu – mi Dahem bischt du“ kannst du dir unter montafon.at/musik kostenlos anhören. Das Video ist ohne Untertitel, aber auf der Website findest du auch eine Übersetzung dazu ;-)

Hotel „Explorer Hotel Montafon“

Damit es am frühen Morgen ausgeruht auf den Berg gehen kann, braucht man ein passendes Basislager wie beispielsweise die Explorer Hotels. Neben dem Explorer Hotel in Montafon gibt es aktuell noch weitere acht Explorer Hotels im österreichisch-deutschen Alpenraum (GER: Oberstorf, Neuschwanstein, Berchtesgarden; AUT: Kitzbühel, Zillertal, Hinterstoder, Ötztal, Bad Kleinkirchheim).

Die Explorer Hotels haben sich auf die Zielgruppe der Outdoor-Fans spezialisiert. Alle Häuser sind nach dem selben Designkonzept gestaltet, in Passivbauweise errichtet, ganzjährig geöffnet und auf sportlich aktive Gäste ausgerichtet. Aber auch für all jene, die sich nicht so gerne sportlich betätigen, eignet sich das Explorer Hotel Montafon, denn es liegt direkt an der Silvretta Hochalpenstraße und so drängt sich ein Roadtrip fast auf. Die Explorer Hotels möchten so klimaschonend wie möglich agieren. So gibt es beispielsweise während des Aufenthalts keine Zimmerreinigung, aber du kannst dir jederzeit neue Handtücher bei der Rezeption holen. Außerdem wird mittels Photovoltaikanlage Solarstrom produziert und mit Pellets geheizt.

Nach einem aufregenden Aktivtag kannst du entweder gemütlich im Spa Bereich mit Dampfbad, Infrarotkabine und Sauna relaxen (im Sommer am Abend, im Winter ab 15:00 Uhr), dich im Badesee des nahe gelegenen Mountain Beach erfrischen oder den Tag in der Lounge noch mit einem Drink und einem kleinen Snack ausklingen lassen.

Ungewöhnlich ist, dass die Explorer Hotels trotz ihrer Größe über kein eigenes Restaurant verfügen. Aber keine Sorge, du musst nicht verhungern. Es gibt trotzdem ein kleines, feines Frühstücksbuffet mit vielen regionalen Produkten, gegen Aufpreis kannst du dir ein Lunchpaket für unterwegs mitnehmen und am Abend erkundest du einfach die umliegenden einheimischen Restaurants.

  • Explorer Hotel Montafon, Dorfstraße 127b, 6793 Gaschurn
  • Wer viel Sportequipment mit sich herumschleppt, kann dafür eine Aufbewahrungskabine (Sportlocker) anmieten.
  • Falls am Rad etwas kaputt geworden ist, hilft dir evt. das für die Gäste zur Verfügung gestellte Werkzeug weiter.
  • Informationen zum Hotel

Restaurant „Alte Talstation“

Im Winter läuft hier der Après Ski, im Sommer gibt es die angeblich besten Burger im Montafon und sonstige Grillspezialitäten, Eis und Cocktails zu verkosten. Vor ca. 70 Jahren brachte hier ein Sessellift die Wintersportler auf den Berg, heute geht im Tal die Post ab. Stylisches Ambiente und trotzdem gemütlich, gutes Essen und schöne Aussicht – vorbeischauen lohnt sich. Auf den Berg kommst du hier immer noch, denn nur wenige Meter weiter befindet sich die neue Talstation der Silvretta Montafon Versettlabahn.

  • Alte Talstation, Seilbahnstraße 87a, 6793 Gaschurn
  • Reservierung: +43/5557/6300-545
  • Mehr Informationen

Restaurant „Stoba 7“

Das Stoba 7 gehört zum Sporthotel Silvretta Montafon**** und bietet traditionelle Genüsse auf hohem Niveau sowie außergewöhnliche Kulinarik für Experimentierfreudige. So gibt es monatlich wechselndes Degustationsmenü, bei welchem jeweils zwei andere Zutaten im Vordergrund stehen. Im September waren das der Saison angepasst Heidelbeeren und Schwammerl. Während die Vor- und Hautspeise allen ausgezeichnet schmeckten, war der Nachtisch (Heidelbeercrème Brûlée) aufgrund seines Trüffelgeschmacks *ähm* speziell. Trotzdem kann ich einen Besuch im Stoba 7 nur empfehlen, weil hier speist man definitiv auf sehr hohem Niveau! Also, ab in die gute Stube (= Stoba) und genießen!

  • Stoba 7, Dorfstraße 10, 6793 Gaschurn
  • Reservierung: +43/5558 8888 901
  • Gegen Vorreservierung kannst du auch als Tagesgast den Hotel-Spa besuchen.
  • Mehr Informationen

Meine Wunschliste für meinen Montafon Urlaub ist schon lang, aber bei den vielen Möglichkeiten auch kein Wunder: über die Staumauer watscheln, eine Nacht am Hochjoch im Zelt verbringen, eine Nacht im Schnee-Iglu schlummern, mindestens eine Bergtour, mit den Lamas von Llamero winterwandern, mindestens einmal über die Pisten wedeln, einen festlichen Alpabtrieb miterleben, etc. Montafon – ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch!

*) Ich erkundete das Montafon gemeinsam mit anderen österreichischen Blogger*innen auf Einladung der „Explorer“-Hotels, die uns unter Mitwirkung der Bergbahnen Silvretta Montafon und dem Tourismusverband Montafon einen wunderbaren Aufenthalt im Montafon beschert haben, und kann nur sagen: meine Ländle-Liebe ist entfacht. Ich komme bestimmt wieder. Danke und uf Wiederluaga!

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