FlugentenAllerlei: Museumsfrühling Niederösterreich 2018

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Museumsfrühling Niederösterreich (12. und 13. Mai 2018)

Anlässlich des Internationalen Museumstages am 13. Mai 2018 geben 35.000 Museen in 140 Ländern unter dem Motto „Neue Wege, neue Besucher“ ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Auch in Österreich nehmen zahlreiche Museen daran teil. Alleine in Niederösterreich locken beim vom Museumsmanagement Niederösterreich organisierten „Museumsfrühling Niederösterreich“ am 12. und 13. Mai 2018 über 100 Museen und Sammlungen u.a. mit Spezialführungen, Workshops, Buchpräsentationen und Konzerten die BesucherInnen an. Bei einer derart großen Auswahl ist sicher für jeden Geschmack ein Museum dabei. Besonders empfehlen kann ich das

Weinviertler Museumsdorf Niedersulz.

Gründer und Erbauer des Weinviertler Museumsdorfes Niedersulz ist Prof. Josef Geissler, seines Zeichens gebürtiger Niedersulzer, gelernter Kirchenmaler und leidenschaftlicher Sammler von „altem Glumpert“  seit frühester Jugend. Was im Jahr 1979 mit dem Bau des Weinviertler Streckhofes aus Bad Pirawarth begann ist heute zu einem großen Areal mit mehr als 80 Gebäuden angewachsen.

Josef Geissler ist im Übrigen die einzige Person, die auf dem Museumsareal wohnt. Ihm leisten jede Menge Tiere Gesellschaft, darunter zwei pensionierte Schweinderl aus der „Ja! Natürlich-Werbung“. Der „Lebende Bauernhof“ darf auch betreten werden und so können Kinder und Erwachsene die Tiere aus nächster Nähe beobachten.

Aber auch ein Blick in die oft üppig blühenden (Vor-)Gärten lohnt sich. Bei der Gartengestaltung wird besonders Wert auf eine ökologische Kultivierung und die Erhaltung alter Sorten gelegt.

Wer über die Türschwelle der Häuser tritt, macht eine kleine Zeitreise. Die Gebäude sind authentisch eingerichtet mit alten Möbeln, Geschirr aus Oma’s Küche und Werkzeugen aus einer anderen Zeit. Manchmal wird einem bewusst, dass so manche Tradition noch gar nicht so lange her ist.

Manche Gebäude beherbergen eine Sonderausstellung. So sind aktuell beispielsweise eine Kummet-Ausstellung sowie eine Lehmbau-Ausstellung zu sehen.

Neben den vielen Höfen und Handwerkshäusern gehört aber natürlich auch eine Kirche zu einem Dorf dazu. Im Museumsdorf Niedersulz stehen sogar mehrere. Eine davon ist aber erst beim genaueren Hinsehen als solche erkennbar: die heimliche „Lutherische Kapelle“, deren Türe sich nicht zur Straße hin befinden durfte.

Was wäre ein Dorf ohne ein Wirtshaus? Richtig, kein Dorf. Also darf natürlich auch im Museumsdorf Niedersulz ein solches nicht fehlen. Beim Betreten des aus Poysdorf stammenden Gasthauses fällt sofort auf, dass sich vor der Ausschank ein Gitter befindet. Die Wirtsstuben dienten oft als Nachtlager für die Handelsmänner und das Gitter verhinderte, dass die Handelsleut‘ den Wirtstöchtern beim Ausschenken zu nahe kamen oder sich nach der Sperrstunde noch an der Schank bedienten. Heute sitzt man hier aber ohnedies auf dem Trockenen. Aber keine Sorge! Gleich daneben befindet sich das Dorfwirtshaus mit Gastgarten, welches regionale Schmankerl und klassische Hausmannskost kredenzt.

Wir wären außerdem nicht im Weinviertel, wenn es nicht auch im Museumsdorf Niedersulz eine Kellergasse mit einer Vinothek gäbe, in der man sich an den Wochenenden durch die Weinspezialitäten der Region kosten kann.

FlugentenFazit zum Weinviertler Museumsdorf Niedersulz:

Wie lebten und arbeiteten die Menschen im Weinviertel im 18. und 19. Jahrhundert? Getreu dem Motto „Vermittlung von altem Wissen für eine neue Zeit“ ermöglicht das Museumsdorf Niedersulz Einblicke in das Leben anno dazumal. Gebäude wurden hier neu aufgebaut, die Gärten entsprechend den historischen Vorbildern angepflanzt und regelmäßig werden alte Handwerke wie Schmieden, Spinnen und Räuchern vorgeführt.

Museen können schnell einmal langweilig werden, bei Freilichtmuseen ist mir das noch nie passiert. Ich liebe es, durch die liebevoll gestalteten Dörfer zu schlendern und dabei alte Traditionen zu entdecken. Auch im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz habe ich gemeinsam mit der Reisebloggerin Gudrun und der Kremserin Lucia bei strahlendem Frühlingswetter die kleine Zeitreise genossen und hätte wohl noch Stunden darin verbringen können. Gudrun und Lucia haben ebenfalls über unseren gemeinsamen Ausflug geschrieben – schaut vorbei!

Mehr Informationen zum Weinviertler Museumsdorf Niedersulz (Adresse: 2224 Niedersulz 250)

Informationen zu den Veranstaltungen im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz anlässlich des Museumsfrühlings Niederösterreich (Kellergassenfest, Muttertags-Frühschoppen, Eröffnung des neu eingerichteten Presshauses aus Großinzersdorf)

Was gibt es sonst noch zu sehen beim Museumsfrühling Niederösterreich?

Du kennst das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz schon und möchtest im Rahmen des Museumsfrühlings Niederösterreich gerne ein neues Museum kennenlernen? Wie wäre es zum Beispiel mit dem

museumORTH?

Seit dem Jahr 1918 dürfen auch Frauen wählen gehen. Anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums stehen die heuer im museumORTH gezeigten Ausstellungen ganz im Zeichen von starken Frauen. So wird beispielsweise im Rahmen des Museumsfrühlings Niederösterreich eine Sonderausstellung über zwei besonders interessante Orther Damen eröffnet: Napoleon’s kleine Schwester Caroline Bonaparte flüchtete vor 200 Jahren ins Exil nach Österreich und lebte ab 1818 im Schloss Orth. Die gebürtige Orthnerin Anni Rosar ist vielen von uns wahrscheinlich aus den Hans Moser-Filmen bekannt. Sie erhielt u.a. einen Goldenen Bambi und wäre heuer 130 Jahre alt geworden.

Für Naturliebhaber bietet sich die Ausstellung „Im Reich der gefährdeten Wasserdrachen“ an, die über die Tierwelt in den Donauauen erzählt. Hauptdarsteller ist der Donau-Kammmolch, der bis zu 16 cm lang wird und zu den in Österreich am stärksten gefährdeten Tierarten zählt. Beim Stiegenaufgang zur Ausstellung im Innenhof des Schlosses steht sogar ein Aquarium, in welchem (echte) Donau-Kammmolche beobachtet werden können.

Ein großer Naturliebhaber war auch Kronprinz Rudolf, dessen Leidenschaft aktuell ebenfalls eine Ausstellung gewidmet ist („Kronprinz Rudolf als Naturbeobachter in den Donau-Auen“). Großes Interesse zeigte er vor allem für die Ornithologie, aber auch für die Jagd. Unter anderem lud er jedes Jahr zu Hirschjagden in das kaiserliche Schloss Orth ein. Zudem war er Herausgeber des „Kronprinzenwerks“, welches heute bekannt ist als „Die Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild“. Seine Verbundenheit zu Niederösterreich und insbesondere zu den Donau-Auen spiegelt sich in dem von ihm verfassten Band 4 wieder.

Zudem haben im Schloss Orth einige andere Museen eine neue Heimat gefunden (u.a. Fischerei- und Donaumuseum, Bienenzuchtmuseum, 130 Jahre Schutzdamm). Aber auch auf die architektonische Geschichte des „Renaissance-Juwels Schloss Orth“ wird eingegangen. Das markanteste Ausstellungsobjekt ist das aus dem Jahr 1570 stammende Orther Portal. Dem Komponisten Karl Schiske ist ebenfalls eine Ausstellung (einschließlich Hörproben) gewidmet.

Mehr Informationen zum museumORTH (Adresse: Schlossplatz 1, 2304 Orth an der Donau)

Informationen zu den Veranstaltungen im museumORTH anlässlich des Museumsfrühlings Niederösterreich (u.a. Theatergastspiel von Maxi Blaha über die Muse von Gustav Klimt: Emilie Flöge)

Bist auch du beim Museumsfrühling Niederösterreich?

Ob Karikaturmuseum Krems, Museum für Arbeits- und Zughunde oder das Erste Österreichische Computermuseum Bad Pirawarth – ich bin mir sicher, es ist auch für dich etwas dabei beim Museumsfrühling Niederösterreich!

Weitere Informationen zum Museumsfrühling Niederösterreich, insbesondere zu den teilnehmenden Einrichtungen und das genaue Programm

*Ich durfte auf Einladung der Museumsmanagement Niederösterreich GmbH das Museumsdorf Niedersulz und das Museum Schloss Orth besuchen. Herzlichen Dank! Das Flugentengeschnatter bleibt aber davon unbeeinflusst.

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2 thoughts on “FlugentenAllerlei: Museumsfrühling Niederösterreich 2018

  1. Hallo Veronika,
    sehr schöner Artikel! Ich liebe ja Freilichtmuseen. Das Museumsdorf Niedersulz sieht echt spannend aus. Wenn ich mal in der Nähe bin, muss ich mir das auch anschauen.
    Liebe Grüße
    Thomas

    • Lieber Thomas!

      Es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt. Einen Besuch in Niedersulz wirst du sicher nicht bereuen.

      Liebe Grüße,
      Veronika

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