FlugenteOnTour: Südengland 2015 – Somerset, Cornwall und Devon

Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher und König Artus ging es entlang der Klippen zu so manchem Schloss und viele Blumen zierten den Wegesrand während so manches Tier uns begegnete – so oder ähnlich könnte man wohl meine letzte Reise nach Südengland zusammenfassen.

Mein persönliches Highlight des Urlaubs war definitiv das zufällige Treffen mit meiner gesamten Au Pair-Familie, bei welcher ich vor 15 Jahren in Cheddar (Somerset) gearbeitet und welche ich seit damals nicht mehr gehört oder gesehen habe. Leute, wie die Zeit vergeht! „Meine“ AuPair-Kinder sind heute erwachsene, gestandene Männer 🙂

Die eigentlichen Stopps auf der Reise waren aber:

Wells – Mittelpunkt der kleinsten Stadt Englands ist die Kathedrale – ein architektonisches Meisterwerk und schlichtweg der Wahnsinn! Unbedingt besuchen! Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. [http://www.wellscathedral.org.uk/] Gleich daneben befindet sich der Bishop’s Palace mit einem Park. Wer etwas Trubel haben will, gönnt sich seinen tea am Marktplatz.

Glastonbury – Für Historiker ist das Glastonbury Tor mit dem Saint Michael’s Tower fast ein Muss: in diesem Hügel soll angeblich Joseph von Arimathia den heiligen Kelch des letzten Abendmahls vergraben und König Artus seine letzte Ruhestätte gefunden haben. Davon abgesehen ist es aber nur ein Hügel mit einem Turm und einer netten Aussicht. Oben kann man kaum „legal“ parken, also besser im Ort stehen bleiben und hinauf wandern.

Newquay – unsere Heimat für den ersten Teil der Woche, ein paar schöne Plätze gibt es dort auch, zB Tolcarne Beach und Fistral Beach.

The Lizard – dazu nur ein kurzes Statement: Wandern und genießen 🙂

Glendurgan Garden & Helford River – England ist ja berühmt für seine Gärten und so stand natürlich auch bei uns ein solcher am Sightseeing-Programm und was soll ich sagen: Pflanzen über Pflanzen 🙂

St. Mawes – netter Ort für einen Abendspaziergang. Im The Victoria Inn kann man hervorragend speisen.

Boscastle – wer in Boscastle ist, sollte unbedingt zum Willapark Lookout wandern. Kleiner Tipp: am frühen Vormittag dort sein, der Parkplatz im Zentrum füllt sich schnell und spätestens gegen Mittag fallen die Touristenbusse ein 😉

Tintagel Castle – In der Felsenburg Tintagel soll König Artus im Jahr 473 zur Welt gekommen sein. Auch hier empfiehlt sich gutes Schuhwerk. Der Aufstieg lohnt sich – von oben hat man eine tolle Fernsicht. [http://www.english-heritage.org.uk/visit/places/tintagel-castle/]

Prideaux Place – das schöne Herrenhaus mit einem großen Wildtierpark war bereits mehrfach Drehort in einem Pilcher-Film. Wir haben die letzte Führung an dem Tag ergattert und einen sehr privaten Einblick erhalten und dabei erfahren, dass viele Engländer mit dem Namen „Rosamunde Pilcher“ überhaupt nichts anfangen können und – nona – vor allem deutsche Touristen auf der Suche nach Pilcher-Flair in den Prideaux Place kommen. Hier spaziert man durch die privaten Räumlichkeiten der Hausherren, sodass Fotografieren im Gebäude – verständlicherweise – nicht erlaubt ist. [http://prideauxplace.co.uk/]

Padstow – ein lebhaftes Hafenstädtchen. Fast wären wir Prinz Charles begegnet, der war nämlich angeblich am selben Tag dort. Auf einer Seite des Hafens kann man viele Krabben-Fischer beobachten.

Portreath – ein beschauliches Örtchen mit griechischem Flair 😉

South West Coast Path – Für alle Wanderer unter euch ein Tipp: über 630 Miles (1014 km) lang ist der South West Coast Path, welcher von Minehead in Somerset über Devon und Cornwall bis nach Poole Harbour in Dorset führt. [Mehr Infos auf http://www.southwestcoastpath.org.uk/] Nachdem der Fernwanderweg so lange ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man irgendwann während einer Rundreise im Südwesten von Großbritannien mal einen Teil davon erwandert. Wir sind nicht nur einmal auf diesem Fernwanderweg gelandet, ua bei Stopps im Rahmen einer traumhaften Küstenfahrt zwischen Newquay und St. Ives.

Saint Michael’s Mount & Marazion – Das Besondere an dieser Burg? Sie steht auf einer Gezeiteninsel vor Marazion und ist daher nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar. Bei Flut gibt es die Möglichkeit, mit (kostenpflichtigen) Fischerbooten zur Burganlage zu gelangen. [http://www.stmichaelsmount.co.uk/de/]

Mousehole – wir wollten wissen, ob der Ort seinem Namen gerecht wird. Und er wird. Generell darf man in (Süd-)England keine Angst vor schmalen Straßen und Gegenverkehr haben, aber Mousehole hat alle anderen befahrenen Wege noch übertroffen 🙂 Gott sei Dank bin nicht ich gefahren *uff*

Land’s End – unbedingt eine Wanderung entlang der bis zu 60 m hohen Klippen machen und das Naturschauspiel genießen. [https://www.landsend-landmark.co.uk/]

Saint Ives – In dem Küstenstädtchen haben sich viele Künstler niedergelassen. Hier parkt man auf einem Parkplatz etwas oberhalb; ins Zentrum gelangt man mit dem Shuttlebus. Sehr touristisch, aber schön. In der Tate Gallery kann man selbst einen Teddybär basteln und bei der Zubereitung von Fudge zusehen.

Fowey – sehr idyllisch und sehenswert.

Lanhydrock – ein wunderschöner Landsitz aus dem Jahr 1642 mit einem toll angelegten Garten. Natürlich ein touristischer Anziehungsmagnet – aber zu Recht ein Fixpunkt auf einer Südengland-Reise. [http://www.nationaltrust.org.uk/lanhydrock/]

Clovelly – ein sehr schönes Bergdorf, welches fast zur Gänze unter Denkmalschutz steht und mehr oder weniger ein lebendes Freilichtmuseum ist. Es gibt nur eine schmale, relativ steile, gepflasterte Gasse nach unten. Die Autos müssen oben kostenpflichtig geparkt werden. Sehr touristisch aber in seiner Art wohl einzigartig. Und dort habe ich in den Cottage Tea Rooms den besten Scone auf der ganzen Reise gegessen. Für den Besuch von Clovelly unbedingt gutes Schuhwerk anziehen – mit Stöckelschuhen kommt man dort nicht weit. [www.clovelly.co.uk]

Hartland Abbey – ein wunderschöner Landsitz, der u.a. im Film „Sense and Sensibility“ aber natürlich auch schon in einem Pilcher-Film mitspielte. Leider hatte die Abbey gerade geschlossen, aber bereits die Außenfassade war einen Blick wert.

Valley of the Rocks – unbedingt einen Spaziergang machen und die wilden Ziegen beim Turnen beobachten.

Minehead – ein nettes Städtchen am Meer und eigentlich nur Standort unseres Quartiers der zweiten Wochenhälfte. Bekannt ist Minehead u.a. als Ausgangspunkt der West Somerset Railway.

Dunster Castle – Zu jeder Südengland-Reise gehört natürlich auch der Besuch von (mindestens) einem herrschaftlichen Haus. Dunster Castle ist eine Burg, deren Anfänge im 12. Jahrhundert liegen und die sich heute auch „Green Castle“ nennt, weil die Burg u.a. über Solaranlagen verfügt und den gesamten Abfall recycelt oder kompostiert Mein Tipp: Immer wieder einen Blick an die Decke werfen und die filigranen Stuckaturen bestaunen. [http://www.nationaltrust.org.uk/dunster-castle/]

Allerford & Selworthy – dort sind wir zufällig gelandet zwecks Füße vertreten und so 🙂

Porlock

Porlock Weir – ein kleines Örtchen und insbesondere bei Ebbe einen Besuch wert. Dann stehen die Boote nämlich im Gras …. Und so manche Deko ist wohl britischer Humor *g*

Lynton und Lynmouth – die Zwillingsdörfer sind durch eine Zahnradbahn aus dem Jahr 1870 verbunden und sehr sehenswert.

Noch ein paar Tipps für eure Südengland-Reise:

  • Einen Scone probieren. Auch Apple pie oder Beeren Crumble mit Custard sowie Fudge stehen wohl am kulinarischen Programm einer jeden Naschkatze. Und in Cornwall geht kein Weg an einem Cornish Pasty vorbei.
  • Beim Kofferpacken an alle Witterungen denken – Stichwort: Zwiebellook. Und gutes Schuhwerk mitnehmen. Kleine Quizfrage am Rande: Wie erkennt man in Großbritannien einen Einheimischen? An Flip Flops und kurzen Hosen bei einer Temperatur von 17 °C 🙂
  • Klippenwanderungen einplanen … und genießen!
  • Fahrpraxis sollte bestehen – Linksverkehr, enge Straßen mit wenig Ausweichmöglichkeiten sind nicht jedermanns Sache.
  • Immer Kleingeld mithaben … Parken ist in der Regel kostenpflichtig und nicht billig. Zudem schadet es nicht, das Kennzeichen des Mietwagens ins Handy einzugeben. Meist muss dieses beim Lösen des Parktickets in den Automaten eingegeben werden.
  • Wer noch wie in alten Zeiten Postkarten an die Daheimgebliebenen verschickt: denkt daran, möglichst bald die Marken zu besorgen. Am Flughafen von Bristol gab es jedenfalls keine mehr, die meine Karten nach Österreich gebracht hätten *seufz*

Südengland und insbesondere Cornwall stehen auf der Reise-Bucket-Liste von vielen Menschen und auch bei mir ist es kein erledigtes Reiseziel – irgendwann möchte ich auf jeden Fall wieder hin!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s